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Bewohnerurlaub in Jabel an der Müritz

Jabel ist ein kleines Dorf an der Müritz, mitten in der Mecklenburgischen Seenplatte. Kein Ort, an dem viel los ist. Genau das war der Punkt.
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Fünf Tage waren wir dort, untergebracht in drei Ferienwohnungen von Genussferien. Dass die Wohnungen nah beieinander lagen, hat den Aufenthalt spürbar einfacher gemacht: Wer sich zurückziehen wollte, konnte das – und wer Gesellschaft wollte, musste dafür nicht durchs halbe Dorf. Abends saßen wir zusammen, ohne festgelegte Essenszeiten, ohne Stationsalltag. Es wurde deutlich mehr erzählt als sonst.

Der erste größere Ausflug ging ins Müritzeum nach Waren. Das Haus zeigt die Tier- und Pflanzenwelt der Seenplatte, das Herzstück sind die Aquarien mit heimischen Süßwasserfischen. Vor dem großen Becken sind wir am längsten stehen geblieben: dunkler Raum, kühl, leise, und die Fische ziehen ruhig ihre Kreise. Wer sonst schnell von zu vielen Eindrücken überfordert ist, kommt in diesem Raum gut zurecht. Das ist bei Ausflügen keine Selbstverständlichkeit.


Der zweite Ausflug war der Affenwald. Die Berberaffen leben dort frei in einem großen Waldgehege, es gibt keine Scheibe dazwischen, die Tiere kommen den Besuchern nah und sind ausgesprochen neugierig. Am Eingang wird ausdrücklich gewarnt, Brille, Handy und Tasche im Blick zu behalten. Warum, versteht man nach fünf Minuten.

Was uns aufgefallen ist: Tiere machen keinen Unterschied. Sie fragen nicht, wer wie gut laufen kann oder wer sich schwer tut mit Worten. Die Wege im Wald sind teilweise uneben und wurzelig,mit Rollstuhl ist das machbar, aber nicht allein.

Dann sind wir raus aufs Wasser. Die Müritz ist der größte See, der ganz in Deutschland liegt, und vom Boot aus versteht man, warum die Leute hier von der „Kleinen Meer“ reden – an manchen Stellen sieht man kein Ufer mehr. Wind, Wasser, ein Kaffee an Deck. Manche haben die ganze Zeit geschaut, andere sind irgendwann eingeschlafen. Beides ist Urlaub.

Auf dem Rückweg haben wir noch einen Stopp an der Ostsee gemacht. Warnemünde, breiter Strand, echte Wellen, Möwen.

Für die meisten war es der Moment, an den sie sich am längsten erinnern werden. Salzige Luft, das Geräusch der Brandung. Dafür mussten wir nichts organisieren.

Urlaub ist kein Extra. Für viele unserer Bewohnerinnen und Bewohner liegt die letzte richtige Reise Jahre zurück, oft verbunden mit dem Gedanken, dass so etwas jetzt eben nicht mehr geht. Es geht. Es ist nur aufwendiger.

Und ja, die Vorbereitung kostet Kraft. Medikamente, Hilfsmittel, Fahrten, Zimmeraufteilung, Nachtbereitschaft. Ohne ein Team, das freiwillig mitfährt, läuft das nicht. Dafür kommt eine Woche zurück, die sich im Alltag nicht herstellen lässt.